Life-Update

Anzeige, da Markennennung und Affiliate-Marketing, welches mit * gekennzeichnet ist.

Eigentlich sollte das ein Artikel über mein Baby und mein frühes Wochenbett werden. Ein Update zum Thema, Nachhaltigkeit, Minimalismus und Frugalismus wollte ich in einem separaten Artikel geben. Und dann kam Corona. Und ich bemerkte, dass all meine Gedanken und mein Befinden irgendwie zusammenhängen, sodass ich es in einem Artikel packe. Ich versuche all das Chaos in meinem Kopf zu strukturieren. Außerdem nochmal ein Appell an alle: Bitte bleibt zu Hause!

Die Geburt und das frühe Wochenbett

Ein Selfie mit meinem Zwergchen im Tragetuch

Am 22. Februar kam unser zweiter Sohn mit 2750g und 49cm zur Welt. Darüber habe ich bereits bei Ichgebäre berichtet. Der Kleine ist wohlauf und schon deutlich kräftiger als sein großer Bruder damals. Mittlerweile wiegt er über 3,5 kg. Er hat also gut zugenommen. Auch motorisch ist er schon sehr aktiv. Er versucht den Kopf zu heben, wenn er auf dem Bauch liegt. Sein Rekord war es ihn für ungefähr zehn Sekunden zu halten. Was mir auch aufgefallen ist, ist dass nach der Geburt seine Bewegungen deutlich weniger hektisch und schreckhaft ausgeführt wurden als damals vom Großen. Das liegt sicherlich am vielen Fruchtwasser, das ich in der Schwangerschaft mit dem Kleinen hatte. Außerdem lässt er sich relativ gut ablegen, was ich vom Großen lange gar nicht kannte. Aber auch dieses Kind wird gerne getragen und fühlt sich darin sicher. Was ich vom Großen jedoch gar nicht kenne, was allerdings beim Kleinen zum Problem wurde, ist die Haut. Mit nicht einmal drei Wochen hatte er bereits Probleme mit seiner Haut. Das sah richtig schrecklich aus, heilt aber so langsam wieder ab. Außerdem ist der Kleine ziemlich verfroren und muss recht warm eingepackt werden.

Allgemein kommen wir gut zurecht. Der Kleine schläft tagsüber recht viel und ist nachts dann oftmals wach und clustert. Das ist nicht ganz ohne für mich. Ich muss dringend Mittagsschlaf in meinen Tagesplan einbauen.

Wie es mir sonst geht? Es geht… An manchen Tagen geht es mir gut. An manchen Tagen auch nicht. Ich hatte und habe immer mal wieder Heultage und manchmal weiß ich nicht, ob es nicht doch Depressionen sind. Meine Geburtsverletzungen sind gut verheilt und mein Wochenfluss hat fast nachgelassen. Entgegen meines Vorhabens Stoffbinden zu verwenden, habe ich größtenteils Wegwerfbinden * verwendet, die biologisch abbaubar sind. Das kam mir dann irgendwie doch hygienischer und weniger stressig vor. Direkt nach der Geburt war ich zwar voller Tatendrang, merkte dann aber doch, dass ich mir zu viel vorgenommen hatte. Deshalb haben wir uns zur Zeit noch nicht so aufgerafft Stoffwindeln zu verwenden, sondern eher Öko-Wegwerfwindeln. Für den Kleinen sind sind die Stoffwindeln nun noch etwas zu groß. Ich denke aber, in den den nächsten Tagen werde ich es noch einmal probieren.

Heultage und Erschöpfung gehören zum Wochenbett dazu. Es ist wichtig auf sich zu achten und es langsam und ruhig angehen zu lassen.

Das Thema Tandemstillen werde ich tatsächlich noch einmal in einem gesonderten Artikel aufgreifen, da es doch ein längeres Thema ist.

Und dann kam Corona…

Zunächst habe ich es gar nicht so mitbekommen, da ich so in meiner Blase war. Im Wochenbett geht man ja eh nicht so viel raus. Wie wir jedoch alle wissen, wurde es von Tag zu Tag schlimmer und die Maßnahmen drastischer. Grundsätzlich hat sich für uns persönlich nicht so viel geändert. Noch nicht! Noch haben wir keine Ausgangssperre und können hinaus in die Natur — ans Wasser, in den Wald, so wie jeden Tag. Unsere Kinder sind ohnehin noch nicht im Kindergarten. Mein Mann hat Elternzeit und wollte in meiner Wochenbettzeit nichts für seine Dissertation arbeiten. Aber auch wir können nicht mehr auf dem Spielplatz, keine Aktivitäten wie basteln outsourcen, uns nicht mehr mit Freunden treffen. Es ist nicht so schlimm. Wir sitzen ja alle im selben Boot. Und es gibt so viele digitale Kommunikationsmöglichkeiten. Unsere finanzielle Situation ist ab diesem Monat ohnehin schlechter als zuvor. Wir hätten eh nicht groß shoppen, essen oder Kaffeetrinken gehen können. Allerdings wollte mein Mann nach meinem Wochenbett ins Labor und sich verstärkt seiner Dissertation widmen. Die Laborarbeit an der Universität fällt nun schon einmal flach.

Was mich außerdem traurig macht, ist dass meine Großeltern sich relativ einsam fühlen. Ich denke auch an die Menschen in Alten- und Pflegeheimen und deren Angehörige, die sich nun nicht mehr besuchen dürfen. Dann ist da natürlich die Situation in Italien und die vielen Menschen auf der Flucht, denen nun das Recht auf Asyl verwehrt wird… Dazu fehlen mir die Worte.

Ich habe Freunde, die in Frankreich und Spanien wohnen. In letzterem darf man tatsächlich nicht einmal spazieren gehen. So weiß ich es nun zu schätzen in die Natur zu dürfen. Parallel dazu gibt es hier noch immer Menschen, die meinen Coronapartys zu feiern und die die Maßnahmen einfach nicht verstehen. Das macht mich ziemlich wütend. Deshalb noch einmal: bleibe bitte zu Hause um dich selbst und andere zu schützen.

Ein weiterer äußerst schockierender Punkt ist, dass rechter Hass sich zunehmend verbreitet. Juden, Migranten, Minderheiten sollen schuld an der Ausbreitung des Virus sein. Ich komme mir vor wie im Mittelalter, in dem den Juden oftmals die Schuld an der Pest gegeben wurde. Warum immer Sündenböcke gesucht wurden und werden ist mir ein Rätsel… ich bin entsetzt!

Was man nun sehr oft hört oder liest ist die Aussage „Corona als Chance“. Mir gefällt sie nicht wirklich, auch wenn ich weiß, was damit gemeint ist. Auch wir versuchen die Situation zu nutzen um unseren Konsum herunter zu fahren und bewusster zu konsumieren. Dazu gehört zum Beispiel (gerade in Zeiten des Online Shoppings) weniger bei Amazon zu bestellen, sondern die Online-Shops der kleinen Läden vor Ort oder kleinerer Label zu unterstützen. Direkt dazu muss ich noch eine kleine Rechtfertigung hinzufügen: ja, auch ich betreibe hier Affiliate-Marketing mit Amazon-Links. Nur weil ich hier etwas zeige, müsst ihr nicht bei Amazon bestellen, sondern schaut gerne vor Ort nach oder bei kleineren Shops. Aber ich bin nur eine unfassbar kleine Bloggerin. Ihr könnt mich auch gerne über solch unterstützen. Oder andere kleine oder auch größere BloggerInnen.


Petit Cochon ist beispielsweise ein wundervolles Label aus Berlin. Die Kleidung wird in Berlin genäht und nur in geringen Zahlen produziert, damit kein oder kaum Überschuss produziert wird. Die Sachen sind sehr schön und unisex. Wir fanden die Sachen so schön, dass wir den Overall auf dem Foto in zwei Größen haben. Tatsächlich tragen ihn derzeit beide Jungs. Auch für Frauen bietet das Label eine kleine, aber feine Auswahl. Ich bin dafür nur leider zu klein.
Um ein Geschäft in Konstanz zu nennen. Der Online-Shop des Baby-Natur führt zum Beispiel diese wundervolle Tragejacke von Mamalila. Innerhalb von Konstanz liefern sie sogar per Fahrradkurier.

Es ist erfreulich, dass so viele Menschen nun Dienst am Nächsten leisten wie Einkäufe für ältere Menschen übernehmen oder wunderbare und kreative Projekte und Ideen haben, wie die anderen ein bisschen Freude bereiten können. Da habe ich ein ziemlich schlechtes Gewissen, dass ich kaum etwas leiste. Ich hoffe jedoch, dass das nicht nur ein Trend ist.

Corona, Camus und die Absurdität des Lebens

In einigen Zeitungsartikeln wird Bezug auf Camus „La Peste“ genommen. Dieser Roman ist sehr vielschichtig. Für den Protagonisten ist jedoch klar, dass die Pest immer wieder kommen wird und derartige Situationen immer wieder eintreten werden, so wie Sisyphos den Stein immer wieder hinaufrollen wird und er jedoch immer wieder herunterkullert. Das ist die Absurdität des Lebens. Eine interessante Figur in diesem Roman ist Joseph Grand, der einen Roman schreiben will und kaum über den ersten Satz hinauskommt. Schließlich streicht er alle Adjektive und ist zufriedener mit seinem Werk. Adjektive dienen zum Urteilen und Bewerten. Inspirierend für das tägliche Leben finde ich die Möglichkeit einmal mit dem Bewerten aufzuhören, sondern einfach das IST zu sehen. Einfach zu sein. Nun genug zu Camus. Das ist zu komplex. Nachdem ich mein mündliches Abitur über genau jenes Werk vergeigt habe, verbiete ich es mir weiter darüber zu philosophieren. Wer es lesen will, hier ist ein Link: https://amzn.to/3bny6qQ *.

Was uns angeht, so merken wir doch, dass wir uns nach einem etwas abgelegeneren Häuschen mit Garten in der Nähe des Waldes sehnen. Den Wald genießen wir in letzter Zeit sehr und eigentlich auch das Zusammensein für uns als Familie. Aber das ist eine andere Geschichte, über die ich hoffentlich bald mehr sagen kann. Vieles steht bei uns noch in der Schwebe. Das sind turbulente Zeiten für jedermann. Möglicherweise wird die Welt nach der Corona-Pandemie eine ganz andere sein.

Das ist nun kein richtiges Update gewesen. Bleibt bitte alle gesund und zu Hause.

Ein Kommentar zu „Life-Update

  1. das war durchaus ein richtiges update und zudem deine gedanken über die aktuelle situation. schöne photos.
    dir und deiner familie alles gute für das zusammenleben und eure pläne und – was man in diesen zeiten üblicherweise wünscht – bleibt gesund!

    Gefällt 1 Person

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