Vom Tragen

Dieser Post nennt einige Marken, von denen ich nicht gesponsert werde. Für die Affiliate-Links bekomme ich eine kleine Provision, wenn hier jemand etwas kaufen möchte. Alle Tragetücher und Tragehilfen, die wir besitzen, haben wir uns selbst gekauft.

Schon wieder so ein Trend… Ja, es ist gerade Trend sein Kind zu tragen. Der Hashtag #tragenistliebe hat bei Instagram 94,4 K Beiträge und auch wenn man sich außerhalb der Welt des Internets umschaut, sieht man viele Eltern ihre Kinder tragen. Von den Trageeltern der Generation meiner Eltern habe ich des Öfteren gehört, dass sie als „die Ökos“ galten und oft die einzigen im Ort waren, die ihre Kinder getragen haben. Nun ist „Öko” ja auch Trend, aber das ist eine andere Geschichte. Auch mein Mann und ich haben uns dazu entscheiden unsere Kinder viel zu tragen.

Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen war es für meinen Mann die Erinnerung an seine eigene Kindheit, in der er auch fast ausschließlich getragen wurde, zum anderen haben wir schon bevor wir überhaupt einen Kinderwunsch hatten festgestellt, dass die Babys und Kleinkinder in den Tragetüchern tendenziell ruhiger sind, als im Kinderwagen. Außerdem fanden wir es praktisch die Hände frei zu haben.

Doch was sagt die Wissenschaft dazu?

Die Anhock-Spreiz-Haltung und das Menschenbaby als Tragling

Die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung ist die Haltung, die Säuglinge automatisch einnehmen, wenn sie hochgenommen werden. Hierbei sind die Beine, wie der Name bereits vermuten lässt, so angehockt und gespreizt, dass Schenkel und Po ein M bilden. Neugeborene runden zusätzlich den Rücken (eg. Schmidt). Diese Haltung sollte in einer guten Tragehilfe stets gegeben sein. Diese wird gegeben, wenn der Steg der Tragehilfe von Kniekehle zu Kniekehle reicht.

Skizze eines Zwergenbabys in Anhock-Spreiz-Haltung

Ferner wird angenommen, dass Menschenbabys Traglinge sind. Durch die automatisch annehmende Anhock-Spreiz-Haltung ist der Mensch in der Lage sich mit seinen Beinen zumindest am Elternteil festzuklammern. Des Weiteren lässt sich der Säugling ideal auf die Hüfte des Tragenden setzen. Die weibliche Taille ist somit nicht nur Zier, sondern auch funktional (eg. Schmidt).

Zurück zur Anhock-Spreiz-Haltung:

Was man auf den Straßen leider des Öfteren sieht, ist das Tragen eines Kindes mit der Blickrichtung nach vorne. Davon ist definitiv abzuraten. Zum einen ist hierbei eine Anhock-Spreiz-Haltung nicht gegeben, was zu einer Hüftdysplasie führen kann. Außerdem trägt das komplette Gewicht des Kindes nicht der Po, sondern das Schambein bzw. die Hoden, sehr unangenehm sein kann und auch nicht förderlich für die Orthopädie des Kindes ist. Zum anderenführt das zu einer Reizüberflutung, die nur schwer auszublenden ist. Einige Tragende argumentieren gerne, dass das Kind etwas sehen möchte. Ja, die Kinder werden neugieriger im Laufe der Zeit. Eine wunderbare Möglichkeit zu mehr Ausblick und dennoch gegebener Anhocken-Spreiz-Haltung sowie die Möglichkeit sich der Überreizung abzuwenden und sich an die Tragende oder den Tragenden zu kuscheln, ist das Tragen auf dem Rücken oder auf der Hüfte (eg. Schmidt).

Tragen und der plötzliche Kindstod

Der plötzliche Kindstod ist wohl etwas, wovor alle Eltern Angst haben. Das Risiko ist gering, gefeit ist man davor natürlich nicht (eg. Largo).

Häufiges Tragen kann das Risiko des plötzlichen Kindstodes minimieren. Zu beobachten ist, dass bei Frühgeborenen die Sauerstoffsättigung im Tragetuch gleich bleibt. Die Sorge, das Kind bekäme im Tragetuch nicht genügend Luft ist daher nahezu unberechtigt. Jedoch sollte man darauf achten, dass das Gesicht des Traglings stets frei ist (eg. Stening).

Tragen und die (früh-)kindliche Psyche

Wie bereits erwähnt haben wir bereits bevor wir Kinder hatten gemerkt, dass die Babys in Tragetüchern ruhiger waren, als im Kinderwagen. Dies war insbesondere dann der Fall, wenn der Kinderwagen mit der Blickrichtung nach vorn geschoben wurde. Auch mit unseren eigenen Kindern haben wir die Erfahrung gemacht, dass sie ruhiger und ausgeglichener sind, wenn wir sie tragen. Der Kinderarzt Urs A. Hunziker gibt uns recht. Getragene Kinder schreien seltener und Tragen kann das Schreien reduzieren. Die Physiotherapeutin H. Engel-Majer merkt ebenfalls an, dass Tragekinder mehr Reize bekommen als im Kinderwagen, ohne von ihnen überflutet zu werden (deshalb: bitte niemals nach vorne tragen (schon allein, weil die Kinder so nicht anhocken können und das Gewicht schmerzhaft auf dem Schambein oder den Hoden lastet) und den Kinderwagen nicht mit Blickrichtung nach vorne schieben). Auf diese Weise entwickeln sich Tragekinder oft schneller und fühlen sich allgemein wohler.

Tragen hat Tradition — auch in Europa

Was mir im Laufe der Zeit als Tragemama immer wieder zu Ohren kam ist, dass ‚es so etwas damals noch gar nicht gab‘. Dabei ist Tragen nicht neumodisch, auch wenn es zwischenzeitlich aus der Mode kam.

Der Kinderwagen ist eine Erfindung, die im späten 19. Jahrhundert aufkam und zunächst nur von der besser gestellten Bevölkerung genutzt wurde. Zuvor wurden die Kinder getragen und in weiten Teilen der weltweiten Bevölkerung ist dies noch immer Standard.

Mir ist dieser Punkt sehr wichtig, da diese Tradition in Europa in Vergessenheit geraten ist und auch, weil dies teilweise und fälschlicherweise Nährboden für kulturell rassistische Bemerkungen bieten könnte.

Ein kurzer Überblick über gängige Tragehilfen

Am bekanntesten ist wahrscheinlich das Tragetuch. Dies gibt es in verschiedenen Ausführungen und Längen aus unterschiedlichen Materialien. Bezüglich des Materials ist sicherlich ein Baumwolltuch ein guter Allrounder. Ansonsten bieten sich für Sommertage sicherlich eher Tücher aus Seide oder Leinen an, für den Winter auch Wolltücher. In welcher Länge man ein Tragetuch möchte, hängt von der eigenen Körpergröße und auch von der Größe des Kindes ab. Darüber hinaus kommt es darauf an, welche Bindeweise man anwenden möchte. Am Bekanntesten ist die Wickelkreuztrage, für die man am meisten Stoff benötigt. Für das Tragen auf dem Rücken reicht ein kürzeres Tuch aus. Ferner gibt es auch Firmen, die besonders schmale oder besonders breite Tücher anbieten, die kleine Frühchen beziehungsweise Kleinkinder besser stützen. Ebenfalls finde ich das Flächengewicht des Stoffs entscheidend, besonders wenn man, wie ich, einfach nicht so groß und schwer ist und auch nicht so viel Kraft hat. Allgemein kann man in gewebten Tragetüchern seine Kinder lange tragen. Sie halten bis etwa 20 kg. Meine Schwiegermama hat all ihre drei Kinder ausschließlich in einem Tragetuch getragen. Sie meinte jedoch, dass dies nach den dreien dann auch „ausgetragen“ war. Wir haben uns allerdings damals auch ein Tragetuch ausgeliehen, das auch bereits von drei Traglingen genutzt wurde. Diese wurden jedoch nicht ausschließlich getragen.

Zusätzlich zum gewebten Tragetuch gibt es noch das elastische Tragetuch. Je nach Hersteller kann die Elastizität eines solchen Tuches unterschiedlich ausfallen. Wir haben uns damals dieses* nach der Geburt unseres ersten Sohnes gekauft. Es ist relativ lang und eignet sich daher auch für die Wickelkreuztrage. Der große Vorteil dieses Tuchs ist es, dass man es sich vorbinden kann. Das war insbesondere für die Anfangszeit sehr vorteilhaft. Ich bin allgemein ein ängstlicher Mensch bin und Angst hatte den Kleinen fallen zu lassen, hat mir das ungemein geholfen. Klarer Nachteil eines elastischen Tragetuchs ist, dass man nicht auf dem Rücken tragen und dass man es nicht so lange benutzen kann. Zwar sagen die Hersteller oft, dass es bis 15kg möglich ist, unsere Trageberaterin sagte jedoch direkt, dass dies nicht möglich ist. Realistisch sind hierbei ungefähr 9kg. Ich muss sagen, dass dieses Tuch mit jedem Waschen auch an Elastizität verloren hat. Jetzt beim Kleinen habe ich es nicht so lange genutzt.

Nicola Schmidt empfiehlt in dem wundervollen Buch „artgerecht“, das ich schon so oft erwähnt habe, kleine Babys in Tragetüchern zu tragen, größere in Halfbuckle- und Kleinkinder in Fullbuckle-Tragen zu tragen. Was die letzten beiden sind erkläre ich unten.

Deutlich unkomplizierter in der Handhabung als Tragetücher sind diverse Tragehilfen.

Dem Tuch sehr ähnliche sind die Ring Slings. Diese besitze ich nicht und habe sie auch noch nicht ausprobiert. Sie bestehen aus einem kurzen Tragetuch und zwei Ringen, wo durch einen das andere Ende des Tuchs durchgezogen wird. In die dadurch entstandene Schlinge wird das Kind hineingesetzt. Auf diese Weise kann man sein Kind vor dem Bauch, auf der Hüfte oder auf dem Rücken tragen. Warum wir die Ring Slings nie ausprobiert haben war die einseitige Belastung auf einer Schulter und den Druck der Ringe. Wenn ich allerdings ein wenig mehr Geld als Reserve hätte, würde ich mir wahrscheinlich auch welche kaufen, aus dem Grund, dass man sein Kind schnell hineinsetzten kann. Bei Arbeiten im Haushalt ist das nicht schlecht und das Kind sieht vor allem auf der Hüfte sehr gut.

Dann gibt es noch die sogenannten Mei Tais. Diese bestehen aus einem Rückenteil, zwei Strängen im Hüftbereich zu binden und Zweien im Schulterbereich, sowie einem Steg zwischen den Beinen des Kindes, der sich verstellen lässt. Das Bild von unserer Mei Tai * von Didymos illustriert das besser. Der Steg sollte hierbei von Kniekehle zu Kniekehle gehen.

Auch hierbei ist es möglich das Kind vor dem Bauch, auf der Hüfte oder auf dem Rücken zu tragen. Die Hüfttrageweise habe ich hierbei allerdings noch nicht ausprobiert, da sie mir unbequem erscheint. Ferner haben wir uns unsere Mei Tai erst beim Kleinen zugelegt, sind also noch nicht so lange erprobt.

Mein Söhnchen, die MeiTai und ich — ein absolutes Dreamteam.
Hier sieht man es noch einmal besser.

Eine weitere Tragehilfe ist die sogenannte Halfbuckle-Trage. Diese wird mit einem Hüftgurt geschlossen. Die Schultergurte werden gebunden. Eine typische Halfbuckle-Trage ist die Limas *. Ich besitze sie nicht selbst und kann daher nicht so viel dazu sagen. Allerdings habe ich eine besondere Form der Halfbuckle. Die Wrap-Conversion oder kurz einfach Wrap Con. Hierbei sind die Träger breiter und länger als bei der klassischen Halfbuckle. Von unserer Didyklick * von Didymos bin ich ebenfalls sehr angetan. Warum ich unsere MeiTai ein wenig besser finde ist, dass der Steg leichter einzustellen ist und kleinere Kinder dort besser anhocken können. Bei meinem Großen habe ich sie jedoch gerne genutzt. Vor allem um ihn auf dem Rücken zu tragen.

Anmerkung zum Thema Wrap Conversion: ich habe gesehen, dass etwa der Hersteller Girasol auch MeiTais mit Wrap Con herstellt. Im Unterschied zu ihrer „normalen“ MeiTai hat die Wrap Con auffächerbare Träger aus Tragetuchstoff.

Als Nota Breve möchte ich hier erwähnen, dass man das Kind eigentlich erst auf dem Rücken tragen sollte, wenn es den Kopf gut halten kann. Wenn man geübt ist, geht es auch früher. Für Anfänger jedoch bitte erst ab guter Kopfkontrolle. Ich habe meinen Kleinen neuerdings auch auf den Rücken genommen und festgestellt, dass ein wenig mehr Körperspannung vorteilhaft wäre.

Eine weitere Tragehilfe, die wahrscheinlich zu den bekanntesten gehört, ist die Fullbuckle-Trage. Diese hat einen Hüftgurt, der meist mit einer Schnalle geschlossen wird und meist gepolsterte Schultergurte, die ebenfalls mit einer Schnalle geschlossen werden. Gebunden wird bei dieser Tragehilfe nichts. Wir haben eine Limas Flex*. Der Vorteil an Fullbuckle-Tragen ist sicherlich, dass nichts gebunden werden muss. Außerdem ist in diesen Tragen das Stillen durchaus einfacher, da einfach die Schultergurte ein wenig gelockert werden können, statt die Trage halb aufzubinden. Was außerdem einige Eltern bei den oben genannten Tragen als störend empfinden ist die Tatsache, dass beim Aufbinden der Trage die Schulterbänder oft auf dem Boden schleifen und dann schmutzig werden. Dies hat man bei der Fullbuckle-Trage nicht. Dennoch bin ich (ich weiß nicht, ob es speziell an dieser Trage liegt, ich habe nicht so viel Fullbuckle-Erfahrung) nicht so begeistert davon, da mir oftmals die Gurte von den Schultern rutschen, ich die Gurte nicht gut auf meine Körpergröße einstellen kann und ich direkt Rückenschmerzen bekomme. Auch mein Mann ist nicht so angetan. Die meisten, die ich so kenne, sind jedoch große Fullbuckle-FreundInnen.

Zuletzt stelle ich noch eine Tragehilfe vor, die ebenfalls polarisiert, die ich jedoch sehr gerne mag: den Onbuhimo, oder kurz Onbu. Hierbei handelt es sich um eine Trage bestehend aus Rückenteil, Schultergurten und einer Sicherheitsschnalle. Er hat keinen Hüftgurt und sieht ein wenig aus wie ein Rucksack. Hierbei ist es vorgesehen das Kind auf dem Rücken zu tragen. Rein theoretisch kann man natürlich auch vorne tragen. Dieser ist ferner eher für Kleinkinder gedacht. Wichtig ist, dass die Kinder sitzen können. Theoretisch kann der Onbu mitsamt dem Kind wie ein Rucksack aufgesetzt und abgesetzt werden. Da dies sehr schnell geht, ist dies vor allem für müde Laufkinder eine gute Tragehilfe. Darüber hinaus ist er recht kompakt zusammenfaltbar und kann gut mitgenommen, oder einfach wie ein Rucksack ohne Kind aufgesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass er eben keinen Hüftgurt hat und dass auf diese Weise nichts auf den Bauch drückt, was ideal in der Schwangerschaft ist. Mein älterer Sohn konnte schließlich fast die ganze Schwangerschaft mit meinem jüngeren über noch nicht laufen. Ein klarer Nachteil ist allerdings, dass das Gewicht nur auf den Schultern der Tragenden lagert. Dies empfinden einige als unangenehm. Deshalb ist es umso weniger diese Tragehilfe zu testen. Die oben genannte Fullbuckle-Trage Limas Flex hat einen herausnehmbaren Hüftgurt und kann mir ein paar Umschnallungen zu einem Onbuhimo umfunktioniert werden. Auf diese Weise hat man ein flexibleres Tragesystem. Unser „eigentlicher“ Onbu, die Didy-Go von Didymos hat wunderbar gepolsterte Schultergurte, die das Tragen relativ angenehm machen.

Auf diesem von der Auflösung nicht optimalen Bild bin ich bereits schwanger und trage mein Söhnchen im Onbu, ohne dass etwas auf den Bauch drückt. In der nächsten Schwangerschaft werde ich es wieder
so machen.

Nicola Schmidt empfiehlt in artgerecht kleine Babys in Tragetüchern zu tragen, größere in Halfbuckle- und Kleinkinder in Fullbuckletragen zu tragen, da dort die Gewichtsverteilung der eines Trecking-Rucksacks ähnelt. Aufgrund meiner Größe kann ich letzteres nur bedingt empfehlen. So manch eine Fullbuckle erscheint mir als als Rucksack, der nicht so richtig passt. Vielleicht bräuchte es in meinem Fall eher eine Art Kinderrucksack.

Worauf soll ich beim Kauf einer Tragehilfe achten?

Zunächst betone ich noch einmal, dass ich wirklich allen zu einer Trageberatung rate. Am besten noch mit der Möglichkeit Tragehilfen zu leihen. Grundsätzlich sollten Tragehilfen aus weichem Tragetuchstoff bestehen, sodass der kleine Tragling seinen Rücken gut runden kann und nicht in eine starre Form gepresst wird. Ferner sollte der Steg im Idealfall stufenlos verstellbar sein, sodass die Trage lange nutzbar ist, der Tragling aber stets die Anhock-Spreiz-Haltung annehmen kann. Außerdem sollte sie für den Tragenden stufenlos verstellbar sein. Auch eine verstellbare Kopfstütze ist wichtig. Da mir die Umwelt am Herzen liegt, sollte die Tragehilfe auch umweltbewusst hergestellt werden und aus Naturfasern bestehen.

Es gibt verschieben Marken, die dies gewährleisten. Tatsächlich bin ich persönlich ein großer Fan der Marke Didymos (erneut: ich werde NICHT von Didymos gesponsert), da die Stoffe aus Deutschland oder Österreich kommen und dort auch produziert wird. Das Preis-Leistungsverhältnis finde ich ferner absolut fair. Die Auswahl an verschiedenen Stoffen und Mustern, Tuchlängen und -breiten ermöglichen so ziemlich jeder Größe und jedem Geschmack etwas zu finden.

Was tragen eigentlich Tragende und Getragene?

Bezüglich der Kleidung empfiehlt es sich, besonders bei einem Tragetuch, relativ dünn anzuziehen. Vielleicht ein Shirt mit einem V-Ausschnitt oder aus elastischem Stoff, damit der Tragling gestillt werden kann. Auch dieser sollte nicht zu warm angezogen werden. Im Idealfall sollte er auch keine Strampler mit Füßen traten, da ihm so das korrekte Anhocken schwerer fallen könnte. Im Sommer ziehen einige Eltern dem Tragling auch nur eine Windel an. Tragender und Tragling können gegenseitig die Körpertemperatur ein wenig regulieren (Schmidt). Uns wurde gesagt, es sei stets wahrscheinlicher, dass die Kinder überhitzen, als dass sie unterkühlen. Im Winter bietet sich eine Tragejacke an, sodass die Wärme nicht nach außen wieder abgegeben wird (persönliche Mitteilung der Trageberaterin Stefanie Gräf).

Meine schon längst bekannte, heiß geliebte Tragejacke von Mamalila

Wenn es noch kälter ist, bieten sich Stulpen an. Ansonsten ist es aber, wenn man das Kind vorne trägt, recht einfach im Nacken seine Temperatur zu fühlen.

Wenn das Kind bereits laufen kann und man es immer wieder in die Tragehilfe nimmt und dann wieder absetzt, so finde ich es nicht ganz so gut, das Kind mit unter die Jacke zu nehmen. Ich trage meine dann außen und ziehe sie normal an. Im Winter am liebsten mit einem Wollwalkoverall mit Bündchen oder eben einer Wolljacke und Überhose.

Ich möchte mein Kind gerne ab Geburt tragen, weiß aber nicht welche Tragehilfe ich eventuell vor der Geburt zu Hause haben sollte?

Dies war ja in meinem Fall ein kleines Problem, da mir erst nach der Geburt des Kindes eine Trageberatung ans Herz gelegt wurde. So hatten wir eine gewisse Zeit nichts zum Tragen, obwohl ich ihn gerne früher getragen hätte. Ich empfehle eine Mei Tai auszuleihen — entweder von einer Trageberatung vor Ort oder bei einem Verleih (Kilenda verleiht beispielsweise auch Tragehilfen) oder auch von Freunden. Danach würde ich trotzdem noch eine Trageberatung machen.

Nochmal als Hinweis: zwar habe ich vor nächstes Jahr eine Ausbildung zur Trageberaterin zu machen, bin es aber demnach noch nicht. Wendet euch im Zweifel immer an Fachleute.

Quellen:

Auszüge aus Aufsätzen, gefunden in der Broschüre der Marke Didymos

Schmidt, Nicola. 2015 (2.Auflage). artgerecht — Das andere Babybuch. Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen. Kösel-Verlag (Affiliate-Link)

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