Überblick über den September — Ein Life-Update

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Der September geht schon wieder zur Neige und mal wieder hatte ich so Einiges vor, das ich dann wieder nicht geschafft habe. Aber der Reihe nach…

Selfcare-September — Was daraus wurde?

Wie bereits im letzten Monat erwähnt, hatte ich vor eine Art Selfcare-September zu starten. In der Tat habe ich versucht auf mich zu achten und auch Dinge nur für mich zu tun. Dankbar war ich beispielsweise, wenn beide Kinder zumindest mal für kurze Zeit meine Aufmerksamkeit nicht brauchten, da sich eine liebe Freundin um sie kümmerte, und ich in den See hüpfen und die Sonne ein wenig für mich genießen konnte. Ansonsten habe ich dieses Jahr das erste Mal seit Langem auch auf „langweilige“ und manchmal gar lästige Selbstfürsorge bestanden, die aber ebenfalls wichtig ist. Dazu gehört beispielsweise zur Therapie zu gehen, die ich im letzten Monat bereits gestartet habe, oder einen Sonnenschutz zu tragen, einen Helm auf dem Fahrrad zu tragen, Zahnseide zu verwenden, aufzuräumen, wenn es mir zu chaotisch wird unter all dem Spielzeug, auch wenn mein großer Sohn jetzt und sofort gestillt werden will (Dass kein Missverständnis entsteht: das muss mit dem Kind natürlich gut kommuniziert werden. Gelingt mir nicht immer.) — all diese Sachen. Eine weitere “Maßnahme“, die ich für mich entdeckt habe, ist dreimal „Om“ zu chanten, wenn mir um mich herum alles zu laut und wuselig ist. Tatsächlich hilft mir das, meinen Atem tiefer werden zu lassen und ein wenig wacher zu werden. An dieser Stelle bin ich mir gar nicht sicher, ob das jedoch nicht in Richtung kulturelle Aneignung geht. Ich bin weder Buddhistin, noch Anhängerin des Hinduismus, noch des Jainismus, und dennoch bediene ich mich ihrer heiligen Silbe. Vielleicht finde ich noch etwas anderes. Ich bin darauf gekommen, da meine alte Yogalehrerin aus Freiburg das immer am Ende der Yogastunde gemacht hat.

Außerdem habe ich gemerkt, dass ich ab und an Ruhe außerhalb des Hauses brauche und irgendwo hin muss, wo nicht so viele Menschen sind. Das Seeufer und die Spielplätze sind manchmal ganz schön belastend für mich.

Mikro-Auszeiten vom Alltag, ohne viel Trubel — für mich allein, oder mit meiner Familie…

Wie nachhaltig war mein September?

In puncto Nachhaltigkeit sind wir in vielerlei Hinsicht auf dem Status quo geblieben. Am 25. September war ja globaler Klimastreik und allgemein bin ich dafür auch auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Wir haben uns im Endeffekt jedoch dazu entschieden nicht auf die Straße zu gehen, da unsere Kinder aktuell ein wenig sensibel sind und es ihnen zu laut und voll gewesen wäre. Tatsächlich habe ich ein schlechtes Gewissen nichts Alternatives gemacht zu haben, denn es ist ein Privileg auf die Straße gehen zu dürfen. Nun gut… der nächste Klimastreik kommt bestimmt.

In Sachen Konsum wäre nun die perfekte Flohmarkt-Jahreszeit, aber wegen der Pandemie wurde so Einiges hier abgesagt. Mein Großer braucht noch immer neue Kleidung. Mal sehen, was wir finden. Noch immer habe ich für mich keine neue Kleidung gekauft und auch sonst, abgesehen von Kaffee und Süßigkeiten, wenig (Materielles) konsumiert. Meine Flick- und Reparaturfähigkeiten baue ich noch immer aus.

An welchem Punkt ich tatsächlich etwas dazu gelernt habe ist es Lebensmittel richtig zu lagern. Unser Problem ist nur an manchen Stellen der Platz. Mal sehen, wie wir das in Zukunft umsetzen können.

Shana tova verspätet an dieser Stelle. Granatäpfel sind einfach toll. Und ich wusste nicht, dass sie sich mehrere Monate im Kühlschrank halten.

Allgemein ist das Thema Lebensmittelverschwendung ja eine ziemlich große Sache. Leider werfen wir noch immer viel zu viel weg. Und eigentlich ist es ja auch Verschwendung etwa Granatapfelschalen einfach zu entsorgen, wenn man mit ihnen doch noch etwas einfärben kann… Jedenfalls wird uns dieses Thema noch eine ganze Weile beschäftigen.

Berufseinstieg mit Kind?!

Noch immer haben wir keine neue Wohnung (aber immerhin hatten wir mal eine Besichtigung) und haben nun beschlossen, das beste daraus zu machen und uns erst einmal auf Stellen zu bewerben. Für mich ist das Thema Berufseinstieg und Bewerbungen schreiben relativ neu. Zwar habe ich mich immer mal wieder für kleine Praktika oder Nebenjobs beworben, aber nie für eine „richtige“ Vollzeitstelle als qualifizierte Lisa mit Masterabschluss. Das ist ganz schön aufregend für mich.

Was will ich eigentlich?

Das gesamte Thema zieht gleich Mehreres mit sich nach — ich möchte es nicht Rattenschwanz nennen, da es nicht unbedingt unangenehm ist: Zunächst stellte ich mir die Frage, was ich mit meinem Abschluss eigentlich machen möchte. Wahrscheinlich weiß fast jede*r, die/der dies hier liest, dass ich Linguistik studiert habe. Meine Noten im Master ließen leider ein wenig zu wünschen übrig, besonders meine Masterarbeit, da darin ein bisschen der Wurm war. Ursprünglich dachte ich, dass ich nur als Sängerin oder Schauspielerin glücklich werde. Dann wusste ich nicht so wirklich, was ich machen soll. Während meines Studiums dachte ich, ich möchte promovieren und dann wissenschaftlich arbeiten, eventuell Professorin werden. Allerdings sind Promotionsstellen bekanntlich so eine Sache. Dessen war ich mir eigentlich auch immer bewusst, jedoch habe ich mich all die Jahre total darauf fixiert, dachte, dass das schon klappen wird, dass ich

Nun gut, dann bekam ich die Kinder und nun ist es an der Zeit mir Gedanken zu machen, was ich eigentlich möchte und was mich eigentlich interessiert.

Lange war mir gar nicht klar, was es für Berufe überhaupt gibt, geschweige denn, was das alles ist. Noch immer ist es mir nicht klar. Am meisten interessiert mich jedoch wissenschaftliches Arbeiten, schreiben, Lektorat oder auch die Arbeit in einem Museum. Mir ist bewusst, dass ich dafür das Falsche studiert habe, aber ich möchte es trotzdem versuchen mich als wissenschaftliche Volontärin in verschiedenen Kulturinstituten und Museen zu bewerben. Wenn irgendjemand Tipps hat, nehme ich sie gerne an. Neuerdings habe ich auch ein LinkedIn-Profil. Nie hätte ich gedacht, dass ich so etwas mal haben werde.

Was passiert mit den Kindern, wenn wir beide eine Vollzeitstelle finden?

Diese Frage haben wir uns natürlich auch schon gestellt. Ich war relativ lange gegen Fremdbetreuung unter drei Jahren. Ich dachte, das sei nicht artgerecht. Das stimmt jedoch nicht unbedingt. Bekanntlich braucht es ein Dorf um ein Kind großzuziehen. Auch Erzieher*innen können Teil des Dorfes sein. Die Wissenschaftsjournalistin Nicola Schmidt schreibt in ihrem Buch „artgerecht — das andere Kleinkindbuch“*, dass es durchaus, unter bestimmten Voraussetzungen, möglich ist, Kinder fremdbetreuen zu lassen. Es war in der Menschheitsgeschichte tatsächlich der Fall, „dass Kinder auch von anderen als der Mutter in Obhut genommen wurden“ (244). Allerdings waren diese anderen niemals Fremde. Aber andererseits ist es auch möglich zu einer Erzieherin oder einem Erzieher eine gute Bindung aufzubauen, sodass sich das Kind nicht mehr fremd fühlt. Schmidt gibt als Faustformel an, dass je kleiner das Kind ist, desto kuscheliger die Betreuungssituation sein sollte (247). Das bedeute etwa eine kleinere Einrichtung oder auch eine Betreuung zu Hause von Familienmitgliedern. Wir müssen uns definitiv mehr Gedanken dazu zu machen. Ich werde weiter berichten, wenn wir eine Lösung gefunden haben, die für uns alle stimmig ist. Es ist bislang relativ unwahrscheinlich, dass wir beide sofort Vollzeit arbeiten werden. Wie dem auch sei, es bedeutet mindestens für einen von uns, die Kinder loszulassen und weniger Alltag mit ihm zu teilen.

Ein paar Highlights des Monats…

Ein Highlight für mich war definitiv die Besichtigung der Wohnung. Zum einen, da wir etwas anderes gesehen haben, zum anderen, weil ich auch sehr stolz auf meine Kinder war, dass sie die lange Autofahrt so gut ausgehalten haben. Und ja: ich weiß, dass es definitiv nachhaltiger wäre, wenn wir mit dem Zug gefahren wären, aber die Verkehrsanbindung hier im Süden ist einfach nicht gut und es wäre deutlich stressiger. Außerdem ist meine Schwiegermama mitgefahren und somit waren alle fünf Plätze unseres Autos besetzt. Auch besser als mit halb leerem Auto, (was als Familie jedoch eigentlich nicht vorkommt).

Nachhaltig hin oder her, auf jeden Fall hatten wir auf diese Weise einen kleinen Ausflug, bei dem wir nach der Besichtigung Kaffee und Kuchen bei meiner Schwiegermutter gegessen hatten und anschließend noch durch die Weinberge spazierten. Für die Kinder gab es allerhand zu entdecken und am Ende des Tages war der Große trotz des ganzen Stresses recht glücklich.

Was ebenfalls sehr schön war, war das Wetter, das sich jetzt fast bis zum Monatsende hingezogen hat. Und so bin ich unglaublich froh, mich noch einmal ins kühle Nass gestürzt haben zu können. Den See werde ich unglaublich vermissen.

Der glitzernde See, der zum Baden einlädt, ich werde ihn vermissen …

Auf der anderen Seite freue ich mich jedoch auch sehr, dass jetzt der Herbst, meine liebste Jahreszeit, beginnt. Ich mag es, wenn es windet, wenn sich das Laub färbt und das Lichtspiel der Sonnenstrahlen. Ich mag es kuschelige und weiche Kleidung zu tragen und nach einem kühlen Tag draußen in die warme Wohnung zu kommen.

Mein Gewissen nagt an mir

Ich habe ein ziemlich schlechtes Gewissen in vielerlei Hinsicht. Manches ist mir zu persönlich, aber manches betrifft auch mein Verhalten gegenüber meinem Mann und meinen Kindern. Wie bereits erwähnt, ist es nicht immer leicht den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Irgendwie fällt es mir in letzter Zeit schwer mit meinen Kindern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Vielleicht liegt es daran, dass ich tausend Sachen im Kopf habe, aber das ist sicherlich nicht allein der Grund. Ich muss sehen, wie ich mit alldem klarkomme. Mein Alltag läuft soweit, aber ein schlechtes Gewissen ist etwas, womit ich überhaupt klar komme.

Glaube, Religion, Spiritualität, Karma

Ich fasse jetzt einfach das Ganze mal zusammen, obwohl ich weiß, dass das mehrere Paar Schuhe sind. Vielleicht liegt es am oben genannten schlechten Gewissen, ich kann es (mal wieder) nicht ganz klar benennen, aber ich beschäftige mich wieder stark mit meinem Glauben, meiner Religion, ein bisschen mit Karma, Übersinnlichem, … Obwohl mir das Thema Religion wichtig ist, schreibe ich nicht wirklich darüber. Ab da wird es immer unpersönlich. Das Thema ist lang und komplex, in meinem Fall auch noch verwirrend. Deshalb schneide ich es hier immer nur kurz an. Jedenfalls ist es immer noch Thema und ich muss sehen, wie ich das ganze umsetze. Es unterscheidet sich von der Praxis meines Mannes, so viel sage ich dazu.

Und sonst so?

Meine Therapeutin kann erst Ende Oktober wieder. Das belastet mich ziemlich. Es gäbe da so einiges zu besprechen.

Aber trotzdem geht es uns alles in allem gut. Weitere Artikel sind in Planung. Wie ich dazu komme, ist ein anderes Thema.

Wie geht es hier weiter?

Womit ich mich auch beschäftigt habe und noch beschäftige, ist die Frage, wie es hier und auch auf Instagram weiter geht. Schon lange möchte ich gerne eine eigene Domain, weiß aber noch nicht so genau welche. Auch würde ich das gerne weiter monetarisieren, weil ich es einfach nicht für ganz kostenlos leisten kann.

Auf der anderen Seite habe ich jedoch das Gefühl, dass ich hier keinen Mehrwert bieten kann. Irgendwie fühle ich mich manchmal wie eine schlechte Kopie von einem großen Eltern-, Nachhaltigkeits-, Fashion-, Lifestyle-, Gedöns-Blog. Trotz allem möchte ich den Blog nicht löschen, weil ich gerne schreibe und nun existiert er ja auch schon. Wünscht sich hier jemand was bestimmtes von mir? Ich danke jedenfalls für die Unterstützung.

Buchquelle: Nicola Schmidt. 2018. artgerecht. Das andere Kleinkindbuch, 3. Auflage, Kösel-Verlag, München

2 Kommentare zu „Überblick über den September — Ein Life-Update

  1. Schön geschrieben wieder.
    Es gibt nur eine einzige Anmerkung: statt „Fremdbetreuung“ nenne es doch einfach „familienergänzende Betreuung“, dann hat es weniger Negatives, und es trifft genau den Spruch, den du zitierst: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“
    (Nebenbei: Schon Ende der 70er Jahre gab es eine wissenschaftliche Studie dazu, an der ich mitgewirkt habe. Inhaltlich hat sich nichts daran geändert in neueren Studien.)
    Zu deiner Frage: schreib bitte hier weiter, lege den Fokus ein wenig mehr auf das, was bereits klappt (ohne Wertungen ;-))

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