Überblick über den Oktober — Was alles so geschah

Erneut geht ein Monat zu Ende und ich schäme mich, dass ich sonst nichts geschrieben habe. Besser als nichts, würde ich sagen.

Vom Versuch gerade Gedanken zu den Querdenkern zu fassen

Es ist das Wochenende vom 3. und 4. Oktober 2020. Unbehagen liegt in der Luft. Konstanz und der sonstige Raum Bodensee soll an jenem Wochenende Zentrum für Kundgebungen der Querdenker*innen sein. Unter anderem möchten diese eine Menschenkette um den See spannen. Diese Aktion sollte ihnen nicht gelingen, aber trotzdem machten sie sich in der Stadt breit. Auch Gegendemonstrationen finden statt. Ich schäme mich noch immer auf keiner gewesen zu sein. Um ein klares Zeichen zu setzen. Denn die Maskenpflicht ist kein Grund um auf die Straße zu gehen. Schon gar nicht an der Seite von Rechtsextremen, denn bei den Demonstrationen war es ganz klar, dass es den Initiator*innen um deutlich mehr ging, als einen Protest gegen Corona-Maßnahmen.

Auch das jüdische Fest Sukkot überschnitt sich mit diesem Wochenende. In Konstanz können die jüdischen Gemeinden in der Regel in aller Ruhe Feste feiern. Da Attentate auf Jüdinnen*Juden gerne um die vielen jüdischen Feiertage stattfinden, machten mir derartig antisemitisch motivierte Demonstrationen ein noch mulmigeres Gefühl. Unterdessen fand in Hamburg ein Attentat auf einen jüdischen Studierenden vor einer Synagoge statt. Wer jetzt noch leugnet, dass Deutschland ein Antisemitismusproblem hat, dem*der ist nun wohl auch nicht mehr zu helfen.

Mein Mann und ich versuchen über die Nachrichten ab und an den aktuellen Stand der Demonstrationen und Gegendemonstrationen nachzuverfolgen. Eine Demonstration der Antifa wird aufgelöst. Der Grund dafür ist recht fadenscheinig. Wie bei so vielen Demonstrationen. Es ist mehr Polizeipersonal bei den Linken als bei den Rechten. Dass auch das Problem mit den Rechten bei der Polizei von weiten Teilen geleugnet wird, ist mir noch immer ein Rätsel.

Viele Konstanzer*innen sind nicht bei den Demonstrationen Querdenker*innen. Einige der letzteren sind aus ganz Deutschland angereist. Wahnsinn! Es gruselt mich!

Urlaub im zukünftigen Zuhause

Mitte des Monats waren wir tatsächlich im Urlaub. Meine Schwiegermama war verreist und wir verbrachten eine Woche in ihrer Wohnung. Der Tapetenwechsel tat uns gut und ich sog die Landschaft der Region, die bald mein neues Zuhause werden soll, in mich auf. Den Bodensee werde ich definitiv vermissen. Auch Konstanz als Stadt. Lange habe ich gebraucht um mit ihr warm zu werden und nun mag ich sie ganz gerne. Aber auch unsere neue Region hat ihren Reiz — für uns und für die Kinder. Ich freue mich über das neue kulturelle Angebot und auch über den Wald, der uns viel mehr zu bieten hat und auch mehr wilde Küche hergibt. Zu Letzterem: von Nahrung aus Wald und Wiese hatte ich vorher sehr wenig Ahnung. Nun habe ich Einiges gelernt: dass man Hagebutten essen kann, dass Eicheln essbar sind, wie man Holundersirup kocht, wo die besten Brombeeren wachsen, … In unserem Urlaub sammelten wir Maronen. Natürlich hatten wir keine Handschuhe dabei um uns von dem Stechen der Schale zu schützen. Nun gut…lecker waren sie trotzdem.

Die Marone — eine Nuss mit der ich so viel Schönes aus meiner eigenen Kindheit verbinde

Ob wir eine neue Wohnung haben ist noch unklar. Ebenso wie die Frage nach einer Arbeit. Deshalb kann ich noch nicht so viel dazu sagen. Auch möchte ich nicht alles preisgeben. Aber so langsam scheint sich etwas zu bewegen. Aber bevor nicht alles unter Dach und Fach ist, sage ich dazu erst einmal weniger, auch wenn wir in Gedanken bereits alles eingerichtet haben.

Wie nachhaltig war mein Oktober?

Ich will ehrlich sein: nicht besonders, außer dass ich mich etwas veganer ernährt habe. Ansonsten haben wir, auch weil wir im Urlaub waren, oftmals Wegwerfwindeln und Feuchttücher benutzt. Eigentlich dachte ich, ich hätte Zeit und wäre achtsam, aber irgendwie hatte ich für einiges diesbezüglich keine Nerven, keine Motivation, vielleicht ist einiges auch Lethargie und Egoismus.

Mein großer Sohn ist wieder aus ein paar Kleidungsstücken herausgewachsen und somit durften bei uns ein paar Teile einziehen. Dies geschah allerdings in einem moderaten Ausmaß. Manches gab es auch Second Hand.

Nun kommt dann ja auch die Weihnukka- und Adventszeit, in der wir uns Gedanken um Geschenke machen müssen. Es wird nichts allzu großes, aber der Adventskalender wurde letztes Jahr von meinem Großen so geliebt, dass wir ihn definitiv dieses Jahr auch nutzen möchten. Interessiert das hier jemanden?

Allgemeine Lethargie und der kommende zweite Lockdown

Stay home, healthy and save

Irgendwie bin ich weiterhin etwas lethargisch oder faul. Ich schaffe es einfach nicht konzentriert Bewerbungen zu schreiben, den Haushalt zu erledigen, mich um die Kinder zu kümmern, strukturiert an meinen kleinen „Projekten“ (Blog, Kinderbuch) zu arbeiten, für die Kinder zu basteln — stattdessen bewundere ich Mütter, die das alles hinbekommen, ohne dass ihr Mann die ganze Zeit dabei ist. Hat hier jemand Tipps, wie ich das Ganze überwinden kann?

Nun kommt im November ein weiterer Lockdown auf uns zu. Im Gegensatz zu März wird das eher ein Lockdown Light, aber dennoch wird wieder einiges eingeschränkt. Dabei wäre jetzt die Zeit für Museen, Kinderkonzerte, … nun gut. Ich finde die Maßnahmen in Ordnung und es war vor allem abzusehen. Dennoch ist es natürlich traurig, dass wieder so vieles abgesagt wird. Auch hier nochmal ein Appell für Empathie und Solidarität. Ich wünsche dir von Herzen, dass es dir gut geht und viel Kraft für die kommende Zeit.

5 Kommentare zu „Überblick über den Oktober — Was alles so geschah

  1. Ich lese hier mehrmals, dass Du nicht zu viel kommst und Deine Lethargie Dich ärgert bzw. Schuldgefühle verursacht. Das kenne ich. Habe aber herausgefunden, dass das einfach Signale sind, die der Körper sendet, wenn er zu viel zu tun hat, um bspw. Krankheiten abzuwehren oder sich wieder zu regenerieren.
    Also habe keine Schuldgefühle, sondern vertraue Deinem Körper, dass er das Richtige für Dich tut. Auch wenn es vom Verstand her blöd ist, dies und jenes nicht erledigen zu können. Es soll gerade nicht sein.

    1. Liebe Anna,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist interessant. Und durchaus möglich! Schließlich kann ich es mir sozusagen auch nicht leisten (das klingt so kapitalistisch) krank zu werden, da ich ja auch für die Kinder da sein möchte. Ich muss aber definitiv auch mal meine Werte von meinem Hausarzt abchecken lassen.
      Danke nochmal und liebe Grüße
      Lisa

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