Shopping Ban — ich habe ein Jahr lang keine Kleidung für mich geshoppt

Das Jahr 2021 ist noch recht jung. Jedoch ist es nun beinahe ein Jahr her, dass ich mir Gedanken zum Thema Frugalismus gemacht habe und beschlossen habe mir einen Shopping Ban zu setzen. Irgendwie kommt das in diesem Blog gar nicht so richtig rüber, aber ich bin eine ziemliche Fashionista. Es gab eine Phase, in der ich mir sehr regelmäßig Kleidung gekauft habe. Als süchtig hätte ich mich nicht bezeichnet, aber mein Kleiderschrank bestand früher schon sehr stark aus kaum getragenen Teilen und ich war sehr oft in einschlägigen Fast Fashion Geschäften und schaute mich im Sortiment um, wobei des Öfteren etwas in meinem Einkaufskorb landete. Auch als ich auf Fair und Second Hand Fashion umstieg, häufte sich mein Kleiderstapel.

Nur noch Lieblingsteile im Schrank. Ich denke, ich habe dieses Ziel so langsam aber sicher erreicht.

Wie kam ich dazu ein Jahr lang nichts mehr shoppen zu wollen?

Einen Shopping Ban wollte ich mir schon lange setzen, ich hatte es jedoch nie wirklich durchgezogen. Auf die Idee brachte mich bereits 2017 Mia von heylilahey. Die wunderbare Mia ist auf diese Weise auf das Thema Fair Fashion und Nachhaltigkeit gekommen. Ich wollte dies auch versuchen: um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen. Richtig durchgezogen hatte ich es oft aus Bequemlichkeit nicht und weil ich mir vorgemacht hatte, dass ich dieses oder jenes Kleid unbedingt brauchte. Dann verschlechterte sich Anfang 2020 unsere finanzielle Situation. Dies lag nicht an der Pandemie mit C. Letztere machte es nicht einfacher und erschwert uns derzeit auch einiges, aber sie zeigte uns auch, dass wir nicht alleine sind, die eventuell finanzielle Durststrecken durchleben. Da es nicht an Corona lag, war ich so privilegiert mich auf unsere neue Situation einstellen zu können und beschloss schon im Januar 2020 mir keine Kleidung mehr zu kaufen. Nun wollte ich es wirklich wissen. Das einzige, was ich mir kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes noch zulegte, waren ein BH und Gummistiefel, da mein erstes Kind anfing zu laufen und ich unbedingt mit ihm in den Pfützen springen wollte. Außerdem kaufte ich mir einmal eine Strumpfhose. Tatsächlich kaufte ich mir sonst nicht einmal Unterwäsche. So streng wollte ich meinen Shopping Ban nicht auslegen, da ich aber nichts brauchte und mir nichts kaputt ging, sah ich keinen Grund dazu.

Schon zu Beginn meines Shopping Bans war ich mir sicher, dass ich mit meiner Garderobe gut zurechtkommen würde, was auch tatsächlich der Fall war. Ich griff auf altbewährte Stücke und Kombinationen zurück und entdeckte Teile wieder für mich. Da ich stillte und zunächst noch schwanger war, war die Auswahl meiner Garderobe sogar ein wenig eingeschränkt. Hochgeschlossenes oder Enges konnte ich nicht tragen. Trotzdem kam ich gut aus und die Freude wuchs irgendwann wieder auf das zu jener Zeit Untragbare zurückzugreifen. Außerdem lernte ich Löcher zu flicken.

Habe ich etwas vermisst?

Allerdings würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich überhaupt keine Lust mehr hätte etwas zu shoppen. Ich habe wahnsinnig schöne Sachen gesehen und es brannte unter den Nägeln. Es kam mir oftmals zugute, dass kein Geld mehr auf meinem Konto war und ich den Dispo nicht dafür ausreizen wollte.

Wie geht es weiter?

Tatsächlich sind meine Barfußschuhe ziemlich durch. Zur Not geht es noch, aber ich hätte schon gerne ein weiteres Paar. Diesen Monat ist dies nicht mehr drin, aber vielleicht zu meinem Geburtstag…

Und nun kommt noch der blöde Spruch…

Ich bringe nun den blöden Spruch „Corona als Chance“ — eigentlich mag ich ihn nicht. Die Krankheit ist gruselig, die Todesrate ebenso und die Lockdowns als Entschleunigung und Chance gehen an der Lebensrealität von so vielen Menschen einfach vorbei. Aber für mich bot sich durch die Schließungen durch die Geschäfte an weniger zu kaufen. So war ich kaum in der Stadt und ich konnte mir auch keine Teile aufschwatzen lassen. Ich mag den Spruch nicht. Das war fies von mir.

Hattest du auch mal einen Shopping Ban? Hast du eine Capsule Wardrobe?

3 Kommentare zu „Shopping Ban — ich habe ein Jahr lang keine Kleidung für mich geshoppt

  1. Ich hatte keine Jeans ohne Loch mehr. Da war ich im September dann tatsächlich einkaufen. Die neue Fairtradejeans ist mein Lieblingsteil. Und dann hab es Menstruationsunterwäsche, weil die Mens nun wieder da ist. Diese Unterwäsche ist tatsächlich bisher ziemlich nützlich.

    Sei stolz auf dich, dass du standhaft geblieben bist. Als Fotos hier im Blog zeigen, dass du einen tollen Modegeschmack hast.
    😊

  2. Was ist „Capsule Wardrobe“???
    Ansonsten stimme ich dir zu, bis auf den letzten Satz – was ist fies daran, einen „Spruch“ nicht zu mögen?
    Mir macht das weniger bis nichts mehr einkaufen der Gedanke bzw eigentlich die Empfehlung von „Simplify“ leichter: wenn was neues reinsoll muss was altes raus (Kurzformel)…
    Durch verschiedene Umstände habe ich manche deiner neuen Artikel nicht gelesen, das werde ich bei Gelegenheit nachholen, denn ich lese sie sehr gerne. Bleib dabei!

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